Werte sind wie Ameisen

Was (Lebens-) Werte sind und was sie mit Ameisen gemeinsam haben, erfährst du in diesem Blog-Beitrag.


 


Hast du schon mal versucht eine Ameise von ihrem Weg abzubringen? Wenn ja, ist dir sicherlich aufgefallen, wie beharrlich und unaufhaltsam sie vorgegangen ist. Sie sucht solange einen Um- oder Ausweg, bis sie wieder auf Kurs ist und ihrem Ziel näherkommt. Genauso kannst du dir die Funktionsweise von Werten vorstellen: Auch wenn ihr Ziel häufig unbewusst ist, steuern sie unser Verhalten – völlig beharrlich und unaufhaltsam. Doch was sind eigentlich Werte und für was sollen sie gut sein?


Nicht ethisch, sondern pragmatisch betrachtet, bedeuten für mich "Werte" alles, was uns im Leben wichtig ist. Und gerade, weil wir diesen Werten (oftmals unbewusst) eine hohe Bedeutung beimessen, besteht die einzige Möglichkeit eine nachhaltige Veränderung in unserem Leben zu erreichen darin, in Einklang mit ihnen zu leben. Wer nicht weiss, was ihm wichtig ist, wird unbewusst und somit völlig automatisch Ersatzbefriedigungen hinterherlaufen, die nur kurzfristig Sinn stiften. Wer aber so lebt, wie er oder sie es als "richtig" empfindet, erlebt wahre Erfüllung in seinem Leben. Um das "Lebens-Vakuum" zu füllen, benötigen wir eine solide Basis - also unseren "Werte-Kompass". Denn jedes Mal, wenn du in einer herausfordernden Situation steckst und nicht weiterweisst, weisen dir deine Werte den kürzesten Weg aus der Misere.


Die grösste Tragödie im menschlichen Leben ist der Umstand, dass die meisten Menschen genau wissen, was sie HABEN wollen, aber die wenigsten wissen, wer sie SEIN wollen. Das Haben-wollen ist immer an das Aussen gebunden und somit abhängig von Ort, Zeit und Raum. Das Sein-wollen hingegen ist unabhängig vom Aussen und führt uns ständig zur Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit zurück, egal in welchen Situationen wir uns gerade befinden.


Werte steuern unbewusst unser Verhalten und sind wie eine Art "inneres Navigationssystem" organisiert. Unser Gehirn hat dabei klare Regeln, wie das vor sich gehen muss: Die erste Priorität ist "Schmerzvermeidung" und die zweite "Freudvermehrung". Alles was uns physisch und psychisch verletzt, wird aus evolutionärer Sicht vermieden. Dieser Überlebenstrieb funktioniert, indem uns das Gehirn ständig vor Unannehmlichkeiten und Gefahren warnt und schützt. Wenn uns unsere Vorfahren nicht die giftigen Beeren, den hungrigen Säbelzahntiger oder das Risiko der gesellschaftlichen Isolation als oberstes Vermeidungsziel überliefert hätten, wären nachfolgende Generationen ständig in die selben Fallen getappt und ausgestorben.


Im Gegenzug nimmt die Freudvermehrung (oder auch Lustgewinn genannt) im Menschsein ebenfalls einen aktiven, jedoch nur einen zweitrangigen und nicht dominierenden Teil der Verhaltenssteuerung ein. Und genau an dieser Stelle kommt das Bewusstsein ins Spiel. Wenn ich mir meiner Werte nicht bewusst bin, lass ich mich von meinen schlechten Gefühlen steuern und beeinflussen. Sobald ich mir aber meiner Werte bewusst bin, kann ich mich trotz der negativen Gefühlswelt für eine Alternative entscheiden und möglichst ein Leben im Einklang mit meiner inneren Welt führen.

Wer willst du sein? Welche Werte möchtest du leben?


Tipp, wie du deine Werte findest:

  1. Google nach Werte-Liste und drucke dir eine aus (es gibt reichlich Auswahl davon im Netz). Achte darauf, dass sie positive wie auch negative Werte enthalten.

  2. Markiere dir spontan (nicht rational und analytisch) 3 positive und 3 negative Werte aus der Liste.

  3. Wiederhole diesen Vorgang 3x an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten, da unser Empfinden je nach Situation stark variiert.

  4. Füge nun alle Werte (die doppelten ausgenommen) untereinander auf und markiere dir jetzt deine Top-3-Werte bei den positiven wie auch bei den negativen.


Was machst du nun konkret anders in deinem Alltag?

Jedes Mal, wenn du in einer Situation feststeckst und dir nicht sicher bist, wie du dich entscheiden sollst, nimm zuerst deine Negativ-Werte zur Hand und sag dir innerlich: "Ach, da ist ja mein Wert XY wieder. Dein Hinweis war in meiner Vergangenheit wichtig und hilfreich, doch jetzt brauche ich dich nicht mehr." Und nun entscheidest du dich zugunsten deiner Positiv-Werte und handelst dementsprechend. Und du wirst erleben, wie sich Chaos und Unentschiedenheit in Klarheit und Zielstrebigkeit verwandelt.


Herzlichst Rico Stämpfli


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