Das Beziehungsgift Nr. 1



Kennst du das Beziehungsgift schlechthin? Gerade in einer Familie ist es um so wichtiger, dieses Gift nicht zu verbreiten. Diese toxische Verhaltensweise ist so tief in uns drin, dass es einfach automatisch sprich unbewusst abläuft. Wir sind es gewohnt, alles zu bewerten und in Schubladen zu stecken. So funktioniert unser Gehirn und natürlich hat auch das seinen berechtigten Sinn, doch eben nicht in Beziehungen. Vermutlich spürst du langsam, was dieses Beziehungsgift sein könnte?! Das Beziehungsgift Nr. 1 sind ungefragte Bewertungen, Feedbacks oder Ratschläge. Die Betonung liegt ganz klar auf dem Wort «ungefragt». In der Schule und in allen anderen sozialen Kontexten haben wir gelernt, wie wir Feedback geben: «Ich-Botschaften», «konkret und situationsbezogen», «zeitnah» uvm. Ich wage die These, dass wir in beruflichen Kontexten weniger Mühe haben, Feedback zu geben wie auch entgegenzunehmen. Aber wie sieht es im Kreise unserer Liebsten aus: mit unseren Kindern, dem Partner, den Eltern? Hier beginnt ein Teufelskreis, den wir, wenn er mal in Drehung gerät, fast nicht mehr bremsen können. Sobald wir ungefragt Rückmeldungen zu bestimmten Situationen oder Verhaltensweisen des Gegenübers geben, bildet sich sofort eine vertikale Beziehung, d.h. ich oben du unten, ich weiss wie es geht, du nicht. Und mal ganz ehrlich: Wer möchte das schon?


Sobald wir zulassen, dass andere uns ungefragt Feedback geben dürfen, leben wir nach den Erwartungen anderer und geben unseren Ich-Weg auf. Und je häufiger dies geschieht, desto kleiner und abhängiger wird unser Selbst. Aber denk daran: Wenn du nicht zulässt, dass andere dich ungefragt bewerten, so heisst das für dich, dass auch du andere nicht ungefragt bewertest. Wenn ich meinen eigenen Weg gehen darf, dann darfst auch DU deinen Weg gehen. So einfach und doch so wirkungsvoll lautet die Glücksformel.


Niemand ist hier auf dieser Welt, um deine Erwartungen zu erfüllen. Handkehrum bist auch du nicht auf dieser Welt, um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Was jetzt vielleicht wie eine Ego-Tour klingt, ist eigentlich nur der Anfang von respektvollen Beziehungen, sozusagen der Startpunkt. Mit dieser Voraussetzung beginnt man eine Beziehung aufzubauen. Anstatt «Du machst das und das falsch…» könnte man sagen: «Mir ist etwas aufgefallen und wenn du magst, kannst du auf mich zukommen und dann erzähl ich dir mehr dazu». So belässt du die Verantwortung und den Entscheid bei deinem Gegenüber, ob und wann es bereit ist, für ein Feedback. Und übrigens: Wenn du denkst, dass das mit Kindern nicht funktioniert, dann lade ich dazu ein, es einfach mal auszuprobieren….


Herzlichst Rico


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