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«Veränderung beginnt immer innen»

Diana und Rico Stämpfli in ihrer Coaching-Praxis «Raum für Selbstwirksamkeit» in St. Gallen — Paarcoaching, Elterncoaching und Einzelcoaching

Paarcoaching · Elterncoaching · Einzelcoaching · St. Gallen & online


Am 3. Juni 2026 hat Marcel Baumgartner von der Zeitung "Der Rheintaler" mit uns gesprochen — über Beziehungsmuster, den Boom der Coaching-Szene, Überforderung im Familienalltag und darüber, weshalb echte Veränderung immer bei einem selbst beginnt.


Den vollständigen Zeitungsartikel kannst du direkt beim Rheintaler lesen: → «Viele Menschen funktionieren nur noch und verlieren sich dabei selbst» https://www.rheintaler.ch/artikel/viele-menschen-funktionieren-nur-noch-und-verlieren-sich-dabei-selbst/


Hier teilen wir die Kernaussagen aus unserem Gespräch — in unseren eigenen Worten.


Aus dem Interview — Diana & Rico Stämpfli


Ihr begleitet als Paar andere Paare — wo begegnet ihr dabei euren eigenen blinden Flecken?

Diana Stämpfli: «Beides fordert uns auf unterschiedliche Weise. Wenn man als Paar zusammenarbeitet, kann man die eigenen blinden Flecken kaum verstecken. Das, was wir unseren Klientinnen und Klienten empfehlen — ehrlich hinschauen, Muster erkennen und offen kommunizieren — gilt genauso für uns selbst. Das ist manchmal unbequem, macht uns aber authentischer. Wir sprechen nicht nur aus der Theorie, sondern aus gelebter Erfahrung.»


28 Jahre Beziehung, drei Kinder — wie prägt das, was ihr selbst erlebt habt, eure Arbeit als Coaches?

Rico Stämpfli: «Sehr stark — und ganz bewusst. Einerseits verfügen wir über viele fachliche Werkzeuge, andererseits haben wir jahrelange eigene Erfahrungen als Paar und Familie. Wir leben selbst, was wir vermitteln. Dadurch entsteht keine klassische Distanz zwischen Professionellen und Coachees, sondern eine Begleitung von Mensch zu Mensch.»


Was hat euch dazu gebracht, 2016 eure eigene Praxis zu gründen?

Diana Stämpfli: «Dieser Wunsch war eigentlich schon immer da. Ich arbeitete als Heilpädagogin und Früherzieherin, Rico als Sozialpädagoge und systemischer Berater. Mit den Jahren wurde uns immer klarer, wie viel ungenutztes Potenzial in vielen Menschen steckt. Besonders die Arbeit mit Familien zeigte uns: Hinter jedem Kind stehen Eltern, die ihr Bestes geben und sich oft selbst nicht gesehen fühlen. Deshalb gründeten wir 2016 unsere Praxis «Raum für Selbstwirksamkeit».»


Was meint ihr konkret, wenn ihr von Selbstwirksamkeit sprecht — besonders für jemanden, der gerade in einer schwierigen Phase steckt?

Diana Stämpfli: «Selbstwirksamkeit bedeutet: Ich bin nicht ausgeliefert. Auch wenn sich das Leben gerade chaotisch anfühlt, habe ich die Möglichkeit, anders mit mir selbst und mit Situationen umzugehen. Es geht nicht zuerst darum, die Umstände zu verändern, sondern die eigene Haltung dazu. Nachhaltige Veränderung beginnt immer innen — und wirkt dann nach aussen.»


Ihr sagt, vieles läuft unbewusst ab. Geht es in einem Coaching-Prozess also darum, sich selbst ehrlich zu betrachten?

Rico Stämpfli: «Ja — wobei ich lieber von einer wohlwollenden Ehrlichkeit spreche. Es geht nicht darum, sich selbst zu verurteilen oder zu zerlegen, sondern darum, sich wirklich zu begegnen: mit den eigenen Mustern, Ängsten und Geschichten. Coaching soll keine Selbstoptimierung sein, sondern eine ehrliche Begegnung mit sich selbst.»


Was hindert Menschen daran, ihr Potenzial wirklich zu leben?

Rico Stämpfli: «Weil Veränderung zunächst Sicherheit kostet. Viele Menschen wissen eigentlich, was ihnen guttun würde — aber das Vertraute fühlt sich oft sicherer an als das Unbekannte. Zudem lernen wir in Schule und Gesellschaft vieles, aber kaum jemand lernt, sich selbst wirklich zu verstehen oder eigene Muster zu erkennen.»


Ihr setzt neben Gesprächen auch Hypnose und Körperarbeit ein. Warum reicht ein reines Gesprächsformat für euch nicht?

Diana Stämpfli: «Viele klassische Ansätze arbeiten vor allem über den Verstand: analysieren, planen, Ziele definieren. Das ist wertvoll, greift aber oft zu kurz. Viele tief sitzende Muster sind im Körper und in emotionalen Erfahrungen gespeichert. Hypnose und Körperarbeit helfen, diese Ebenen direkt anzusprechen. Veränderung passiert dadurch nicht nur im Kopf, sondern ganzheitlich.»


Mit welchen Themen klopfen Paare und Familien bei euch an?

Rico Stämpfli: «Bei Paaren erleben wir oft, dass zwar noch gesprochen wird, aber kaum mehr echtes Zuhören stattfindet. Dahinter liegen häufig alte Verletzungen, unerfüllte Erwartungen oder das Gefühl, nicht mehr gesehen zu werden. Im Familienbereich beobachten wir vor allem Überforderung. Viele Eltern versuchen, allem gerecht zu werden — Kindern, Beruf, Partnerschaft — und verlieren sich dabei selbst.»


Wo endet eure Arbeit — wo braucht es andere Fachleute?

Diana Stämpfli: «Wenn tiefere psychische Verletzungen oder medizinische Themen im Vordergrund stehen, braucht es therapeutische oder ärztliche Begleitung. Das kommunizieren wir offen. Eine Weiterempfehlung ist für uns kein Scheitern, sondern Teil verantwortungsvoller Arbeit.»


Wie begegnet ihr Menschen, die sich Veränderung wünschen, aber den Schritt nicht machen?

Rico Stämpfli: «Mit Respekt, aber auch mit Ehrlichkeit. Wir stellen manchmal die Frage: «Was passiert, wenn sich nichts verändert?» Widerstand hat oft einen guten Grund und dient zunächst als Schutz. Coaching funktioniert nur gemeinsam. Es braucht die Bereitschaft, sich auf den Prozess einzulassen.»


Wie hat sich der Druck auf Familien aus eurer Beobachtung verändert?

Diana Stämpfli: «Sehr stark. Familien stehen heute unter enormem Druck. Eltern sollen präsent sein, fördern, bindungsorientiert erziehen, beruflich erfolgreich sein und gleichzeitig als Paar funktionieren. Das führt häufig zu Überforderung. Was sich aber nicht verändert hat: Kinder brauchen keine perfekten Eltern, sondern ehrliche und präsente Menschen.»


Was steckt eurer Erfahrung nach hinter dem, dass so viele Paare sich auseinanderleben?

Diana Stämpfli: «Weil Beziehungen heute enorm viele Erwartungen erfüllen sollen. Partnerinnen und Partner sollen Sicherheit, Leidenschaft, Freundschaft und persönliche Entwicklung zugleich bieten. Gleichzeitig bleibt im Alltag oft kaum Energie für echte Nähe übrig. Viele Paare funktionieren irgendwann nur noch nebeneinander.»


Wie zentral ist Kommunikation — und warum scheitert sie so oft?

Rico Stämpfli: «Kommunikation scheitert selten an Worten, sondern an dem, was dahinter liegt. Menschen fühlen sich oft nicht wirklich gehört. Dann ziehen sie sich zurück oder reagieren mit Angriffen. Im Coaching versuchen wir, hinter diese Schutzmechanismen zu schauen und wieder eine echte Verbindung möglich zu machen.»


Manche Geschichten gehen nahe — wie schützt ihr euch selbst dabei?

Diana Stämpfli: «Natürlich berühren uns manche Geschichten sehr. Entscheidend ist aber, den Unterschied zu kennen zwischen Mitgefühl und dem Sich-selbst-Verlieren. Dabei helfen uns Supervision, Selbstreflexion und die klare Haltung: Wir begleiten Menschen, aber wir retten sie nicht.»


Selbstwirksamkeit als Daueraufgabe — wo übt ihr das selbst noch täglich?

Rico Stämpfli: «Selbstwirksamkeit ist kein Zustand, den man irgendwann erreicht und dann besitzt. Auch wir erleben schwierige Situationen und Zweifel. Wichtig ist für uns das Vertrauen, gemeinsam wieder aufzustehen und weiterzugehen. Genau darin liegt die eigentliche Stärke.»


Der Coaching-Markt wächst stark. Seht ihr die Gefahr, dass Coaching zur Modeerscheinung wird?

Diana Stämpfli: «Vielleicht teilweise. Für uns steht aber weniger der Trend im Vordergrund als die Frage: Was hilft Menschen wirklich? Gute Begleitung braucht fundierte Ausbildung, Lebenserfahrung und die Bereitschaft zur Selbstreflexion. Coaching darf keine Abhängigkeit schaffen, sondern soll Menschen stärken.»


Woran erkennt jemand, ob ein Coach wirklich kompetent ist?

Rico Stämpfli: «Ein gutes Zeichen ist, wenn Menschen nach einem Coaching wachsen — und die Werkzeuge selbst anwenden können. Problematisch wird es dort, wo Abhängigkeiten entstehen oder einfache Wahrheiten verkauft werden. Unser Ziel ist immer, Menschen in ihre eigene Stärke und Freiheit zu begleiten.»




Ein Thema hat dich angesprochen?

Das Erstgespräch mit uns dauert 60 Minuten, ist kostenlos und völlig unverbindlich. Wir schauen gemeinsam, ob und wie eine Zusammenarbeit passen könnte.



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