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Der Kampf in Partnerschaften

Aktualisiert: vor 2 Tagen



Was hat Darwin mit Konflikten in Beziehungen zu tun?


Von Diana & Rico Stämpfli, Raum für Selbstwirksamkeit, St. Gallen


Streitendes Paar
Streitendes Paar

Ich bin weit davon entfernt, die Evolutionstheorie von Charles Darwin studiert oder gar in der Tiefe verstanden zu haben. Doch etwas fällt mir auf: Seine von mir vereinfachte und sinngemässe Aussage "Das Leben ist ein Kampf." erleben wir in Partnerschaften sehr oft.


Ist doch eigentlich erstaunlich, denn weshalb sollte ich mit meinem nächsten und liebsten Menschen kämpfen? Vielleicht haben wir gemeinsame Kinder, vielleicht leben wir in der gleichen Wohnung, vielleicht teilen wir sogar das Bett und die Zahnbürste? Auf jeden Fall sind (oder waren) wir uns mal sehr sehr nahe. Also nochmals: Wozu sollte ich gegen einen solch nahestehenden Menschen kämpfen?


Meine wilde Hypothese lautet, dass wir dieses Konstrukt des Kampfes tief in uns tragen und ständig (vor allem auch im beruflichen Umfeld) leben, ohne dies jemals hinterfragt zu haben. Somit ergibt sich ein unbewusster Glaubenssatz, der uns ständig mit unseren Liebsten in einen Konkurrenzkampf treten lässt. Wir konkurrieren um die richtige Weltsicht, um genügend Anerkennung, um wahre Freiheit, um echte Nähe und schlussendlich um Liebe.


Aber was wäre, wenn das (Beziehungs-)Leben kein Kampf, sondern eine Kooperation wäre? Der Zellbiologe Dr. Bruce Lipton forschte viel zu diesem Thema und fand heraus, dass wenn wir den gesunden menschlichen Körper betrachten, die Kooperation zwingend nötig ist, ansonsten würden sich all die unterschiedlichen Zellen gegenseitig bekämpfen. Also macht Konkurrenzkampf auch in Beziehungen wenig Sinn und führt aufgrund solch langer Abwertungen zur Trennung.


Kurz und bündig bedeutet das: Wenn wir über unser neues Bewusstsein Beziehungen nicht als Konkurrenzkampf betrachten, sondern als Ko-Kreation und Ko-Operation entsteht eine wohlwollende Haltung meinem liebsten Menschen gegenüber. Und dadurch kann ich mich (wie auch mein Gegenüber) wieder öffnen und in einen echten und bedingungslosen Kontakt eintreten. Die andere Weltsichten wird dann zu einer Erweiterung meiner Selbst. Und durch diese Ausdehnung beginnt die Beziehung wieder zu wachsen, anstatt sich immer kleiner und enger anzufühlen.


Zu einfach?


Nein, definitiv nicht. Und einmal mehr: Ungleich, aber gleichwertig führt zur Ko-Kreation.


Viele Menschen tragen unbewusst ein «Konstrukt des Kampfes» in sich — geprägt durch die Vorstellung, dass Leben und Beziehungen ein Wettbewerb sind, in dem jemand gewinnt und jemand verliert. Wird das nicht bewusst hinterfragt, wirkt sich diese Konkurrenzhaltung auch auf die Partnerschaft aus: Statt Miteinander entsteht ein ständiges Ringen um Recht haben, Kontrolle oder Anerkennung.

Ein gewisses Mass an unterschiedlichen Bedürfnissen und Meinungen ist normal und gehört zu jeder Beziehung. Problematisch wird es, wenn daraus eine dauerhafte Konkurrenzlogik entsteht — wenn sich Partner also regelmässig gegeneinander statt füreinander positionieren. Das führt langfristig zu Abwertung und emotionaler Distanz, im schlimmsten Fall zur Trennung.

Ko-Kreation heisst, die Beziehung als gemeinsames Entstehen zu verstehen statt als Wettkampf. Konkret bedeutet das: Unterschiede als Ergänzung statt als Bedrohung sehen, gemeinsame Lösungen suchen statt Recht behalten zu wollen, und die Haltung «ungleich, aber gleichwertig» zu leben — so wie es auch in der Natur bei kooperierenden biologischen Systemen sichtbar wird.

Im Paarcoaching schauen wir gemeinsam, welche unbewussten Muster eurer Beziehung zugrunde liegen — und wie ihr von Konkurrenz zu echter Kooperation findet. Das kostenlose Erstgespräch (60 Minuten, unverbindlich) ist dafür der erste Schritt.


Herzlichst Rico


Mehr über Paar-Coaching: Hier


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