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Beziehungen sind wunderschön, aber...es fehlt die Würdigung der Unterschiedlichkeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen


Ein Ehepaar beim Kaffee trinken

Auch wenn dieser Blogbeitrag in die Kategorie "Beziehungstipps für Paare" fallen könnte, ist der Inhalt eine der Quintessenzen im Paar-Coaching-Prozess. Lies also unbedingt weiter und bringe deine Beziehung auf das nächste Level.


...niemand hat gesagt, dass es leicht werden würde. Oder doch?


"Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich alleine geblieben."

"Er macht es nicht so, wie ich es mir wünschen würde."

"Sie bedrängt mich ständig zu einem Austausch und emotionalen Gesprächen."


Solche Aussagen hören wir oft in Paar-Coachings. Bei genauerem Hinhören fällt dann auf, dass die jeweiligen (teilweise stumpf klingenden) Aussagen nachvollziehbar sind. Doch wer hat etwas davon, "im Recht" zu sein? Kurzfristig kann sich das Ego damit beruhigen und so tun, als ob es alles richtig gemacht hätte. Aber langfristig gesehen, bleibt die Beziehungsqualität auf der Stecke und irgendwann wacht man morgens auf und stellt fest, dass sich die Verbindung aufgelöst hat.


Eine Garantie gibt es nicht, das ist uns wohl allen klar. Aber was können wir tun, um (egal wie lange die Beziehung dauern wird) in die Qualität der Beziehung zu investieren?


Die Akzeptanz dessen, dass Mann und Frau unterschiedlicher nicht sein können, ist ein wichtiger innerer Schritt in eine solide Beziehungsbasis. Wir Menschen tendieren dazu, Unterschiede zu meiden und uns an Gemeinsamkeiten zu orientieren. Und das mit gutem Grund: Wenn ich mich aufgehoben und verstanden fühle, kann ich mich entspannen, ich bin sicher. Sobald sich aber Differenzen auftun, wird es unbequem und mein inneres System schlägt Alarm. Die Folge daraus ist eine sich unangenehm anfühlende Innenwelt - und dies versuchen wir so oft wie möglich zu vermeiden.


In einer Partnerschaft (aber auch in allen anderen Beziehungen) zeigt sich die Vermeidung der Unterschiede in einem konstanten Kritisieren:

"Du machst das und das falsch..."

"Immer vergisst du das und das..."

"Wenn du endlich das nicht mehr tun würdest, dann..." Und so weiter und so fort...


Das Risiko wie auch die Chance in solchen Verhaltensweisen ist meine Weltsicht zu erweitern und ergänzen. Risiko deshalb, weil ich mir eingestehen muss, nur einen Teil der "Wahrheit" zu kennen. Wir laufen mit einem Bild über die Welt herum und meinen, die Welt sei wirklich so. Aber die Welt ist nur so, wie wir sind. Unsere gesamte Lebenserfahrung ist im Grunde genommen nur unsere persönliche Realitätsbrille, die wir nur selten abnehmen (können oder wollen). Dieser "Tunnelblick der Welt" erschafft die Basis jeglichen Kritisierens in Beziehungen. Die dahinter liegende Botschaft an mein Gegenüber ist folgende: "Wenn du es genauso machst, wie ich es mir vorstelle, dann bin ich glücklich in der Partnerschaft. Wenn nicht, wirst du meinen eiskalten Groll und innerlichen Rückzug spüren." Doch nun zu der erwähnten Chance!


Sobald ich mich vom Kritisieren distanzieren kann, entsteht plötzlich eine Augenhöhe in der Beziehung. Und hinter dieser Augenhöhe steckt ein zutiefst verbindender Grundsatz: Ungleich, aber gleichwertig! Da er so wichtig ist, gleich nochmals: Ungleich, aber gleichwertig! Nur schon beim Lesen bewirkt er eine spontane Entlastung, oder? Wie oft versuchen wir die Aussenwelt an unsere Innenwelt anzupassen? Doch häufig ohne Erfolg. Wenn ich mich aber für andere Wahrheiten öffne, entsteht ein erweiterter Beziehungsraum, in dem viel neues entstehen kann. Die Beziehung wechselt nun die Ebene vom Kritisieren zur Ebene des Kreierens. Ich ergänze "meine Wahrheit" mit der meines Gegenübers. Der Kampf ums «Recht haben» löst sich auf.


Die Würdigung der Unterschiedlichkeit ist in unserem Kulturkreis nicht sehr verbreitet und doch ist sie eine der tragenden Säulen in Beziehungen, egal ob partnerschaftlich, familiär oder beruflich. Wie wäre es, wenn DU diese Würdigung in deinem Alltag leben und somit zu neuen und kraftvollen Kreationen beitragen würdest? Wie würde sich das anfühlen?


Herzlichst Rico


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